Die Ausstellung ist zu sehen vom 07. März bis 11. April 2026. Eine öffentliche Vernissage findet statt am 06. März, 18 Uhr im Kunstgewölbe der Sparkasse Allgäu
Karin Palme/Objekte und Jusha+Sven Mueller/Malerei – STAND DER DINGE
Karin Palme In ihrer formalen Reduktion auf wenige Grundelemente geht Karin Palme einen radikalen Weg, der im Sinne einer Zen-Praxis spirituell genannt werden könnte. Ihre Objekte, ob in angewandter Form oder als freie Skulptur, regen den Betrachter zur Auseinandersetzung über das Verhältnis von Mikro- und Makrokosmos an. Um dem Betrachter diesen ebenso puristischen wie geistigen Raum zu eröffnen, verzichtet sie in ihren neuesten Arbeiten häufig auf Farben und konzentriert sich dabei ganz auf die materielle Haptik der Oberflächen. Seit einigen Jahren widmet sie sich zudem einer floral inspirierten Farbmalerei, die auf ihre Herkunft keramischer Glasurtechniken verweist.
Die in Kaufbeuren geborene und aufgewachsene Karin Palme arbeitete und unterrichtete nach ihrer Ausbildung zur Keramikerin in den USA und Italien, wo sie während 18 Jahren selbstverantwortlich mehrere Lehrwerkstätten aufbaute. Seit 2000 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Kaufbeuren. Sie ist Trägerin des Paul Breitkopf Preises, Marktoberdorf und Mitglied des BBK Schwaben Nord. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, international u.a. in Florenz, Prato, Saratoga Springs, und Bayern.
Jusha + Sven Mueller Das kongenial zusammenarbeitende Künstlerpaar Jusha + Sven Mueller stellt sich aktuell in seinem Zyklus ‚Behind lines‘ den Fragen nach Gegenwart und Zukunft sowie dem Davor und Dahinter. Die über Farbfeldern sich überlagernden und überschneidenen Linien, beschreiben das Jetzt als Gegenwärtigkeit und Gleichzeitigkeit eines Moments. Ihre Linien und Formen beinhalten Erinnerungen, Erfahrungen und den gleichzeitigen Wunsch, unserem Dasein lebensbejahenden Ausdruck zu verleihen. Die von Schwärmen abgeleiteten Werke verorten zudem das Handeln in Gemeinschaftlichkeit.
Jusha Mueller, geboren in Bad Kissingen und Sven Mueller, geboren in Hambung, arbeiten seit 1986 in einem eigenen Atelier eines ehemaligen Schulhauses im Ostallgäu. Ihr Wirkungsbereich liegt in den Bereichen Malerei, Installation, Performance und Kunst-am-Bau, die gemeinsam von ihnen konzeptuell geplant und ausgeführt werden. Ihre Arbeiten und Performances waren u.a. in Bern, Genf, Prag, München, Kiel, Chicago, New York, Los Angeles, Tokyo, Dublin, Dubai, Tirana. Sie sind Träger des Bayerischen Heimatpreises 2001 Sparte Kultur und wurden 2014 für die Biennale in Nanjing/China nominiert.
Gemeinsamkeiten In den Objektarbeiten der Keramikerin und den Bildern des Künstlerpaares finden sich bei aller Gegensätzlichkeit häufig im Formalen wie auch im Inhaltlichen Entsprechungen, die teils in gesellschaftlichen Verwerfungen als auch in metaphysischer und abstrakter Betrachtung der Natur ihren Ursprung haben. Beide Werkgruppen fordern ein kontemplatives Sehen ein, das eine rein analytisch-deutende Betrachtung in Frage stellt.
Fotos ©Mueller
Fotos ©Palme
